Pädagogisch-psychologische Praxis

Individuelle Lerntherapie im Therapieraum Bauernhof

Rechenschwäche - Dyskalkulie

Wenn Sie diese Seite lesen, stehen Sie sicher vor der Frage: Hat mein Kind eine Rechenschwäche?
Wie auch bei anderen Teilleistungsstörungen sind es meist die Eltern, denen bestimmte Dinge im Zusammenhang mit den Schulaufgaben auffallen.

Was fällt Ihnen bei Ihrem Kind auf? ja nein
Mein Kind verwechselt oft "links" und "rechts", "vorne" und "hinten".
Es kann nicht in größeren Schritten vorwärts zählen (10,20,30.)
Es hat große Probleme rückwärts zu zählen, bzw. vertut sich oft.
Mein Kind hat/hatte große Probleme, die Uhr zu lesen.
Es kann die Menge (z.B.10) nicht mit dem Wort "10" verbinden.
Mein Kind kann keine Mengen bis 10 erkennen, es muss immer zählen.
Mein Kind kann nicht sagen, ob 5 größer oder kleiner als 7 ist.
Es nimmt immer das Glas, bei dem der Pegelstand am höchsten ist.
Es verdreht oft die Zahlen, schreibt z.B. 13 statt 31.
Es verrechnet sich oft um 1.
Mein Kind braucht immer die Finger, um eine Aufgabe zu lösen. Teilweise versteckt es sie unter dem Tisch, damit es keiner merkt.
Wenn Plus- und Minusaufgaben in einem Rechenpäckchen sind, vertut es sich oft mit plus und minus.
Mein Kind kann keine Platzhalteraufgaben lösen.
Bei Textaufgaben weiß es nicht, was es ausrechnen oder tun soll, wenn es jedoch eine Aufgabe rechnet, ist sie meistens falsch gelöst.
Aufgaben mit Zehner- oder Hunderterübergang (37+5, 95+8) kann es nicht richtig rechnen.
Mit Längenmaßen und Gewichten kommt mein Kind überhaupt nicht klar.
Beim schriftlichen Addieren und Subtrahieren schreibt es oft die Zahlen nicht richtig untereinander.
Mein Kind wundert es nicht, wenn es widersprüchliche Lösungen herausbekommt.
Wenn ich meinem Kind eine Rechenaufgabe im Alltag stelle (wie viel Geld kosten die drei Kugeln Eis?), will es nichts davon hören.
Mein Kind schreibt und liest lieber, als zu rechnen.
Es hat die Aufgabenblätter in der Schule fast nie fertig bekommen und muss sie deshalb zu Hause fertig stellen.
Mein Kind braucht für die Mathehausaufgaben immer viel, viel länger als für die anderen Hausaufgaben unter erledigt sie nur unter Murren.


Wenn Sie viele der Aussagen mit "ja" beantworten können, sollten Sie vielleicht doch Ihre Beobachtungen diagnostisch abklären lassen. Auch eine Rechenschwäche ist eine Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, die in der internationalen Klassifikation der WHO (Weltgesundheitsorganisation) unter der Nummer F81.2 verzeichnet ist.

Kennzeichen dieser Störung ist eine Beeinträchtigung der Rechenfertigkeiten, die nicht durch Intelligenzminderung oder unangemessene Beschulung verursacht ist.
Die Kinder haben Defizite sind in der Beherrschung grundlegender Rechenoperationen wie Addition, Subtraktion, Multiplikation oder Division, eher seltener sind die höheren mathematischen Fertigkeiten betroffen.

Verfahren zur Feststellung einer Rechenschwäche

Das multiaxiale Klassifikationsschema der Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 (Internationale Klassifikation von Erkrankungen/Störungen) ist die Grundlage der Diagnostik. In den meisten Fällen wird es auch eingefordert, wenn von staatlicher Seite eine Lerntherapie finanziell unterstützt werden soll.

Danach müssen folgende Bereiche untersucht werden, um eine sichere Diagnosestellung zu garantieren:
  1. psychische Gesundheit
  2. Sprache, Lesen und Schreiben
  3. Intelligenzniveau
  4. körperliche Gesundheit (u.a. Hören und Sehen)
  5. aktuelle Lebensumstände
  6. psychosoziale Anpassung

Das bedeutet, dass ein Kinderarzt die körperliche Gesundheit überprüfen muss.
Die Bereiche der psychischen Gesundheit, aktuellen Lebensumstände und psychosozialen Anpassung müssen von einem Psychologen oder Kinder- und Jugendpsychotherapeuten überprüft werden.
Die Bereiche Rechnen und Intelligenz können von Psychologen und auch von erfahrenen Pädagogen/Förderschullehrern untersucht werden. Alle Bereiche zusammen werden beim Kinder- und Jugendpsychiater oder in einem sozialpädiatrischen Zentrum untersucht: also eine Anlaufstelle für alle zu überprüfenden Bereiche.

Eine Teilleistungsstörung liegt nur vor, wenn zwischen Intelligenz und Leistungen im Rechnen ein nicht unerheblicher Unterschied besteht, sonst handelt es sich um Lernprobleme aufgrund einer allgemeinen Intelligenzminderung oder unangemessenen Beschulung. Dazu müssen konkrete Werte in Relation zueinander gesetzt werden.
Falls Sie Testungen vorliegen haben, die nur die Rechenleistung (manchmal lediglich förderdiagnostisch) überprüft haben - vielleicht auch die Intelligenz getestet, wissen Sie jetzt, dass dieses keine Diagnose nach international wissenschaftlichen Kriterien ist.

Wenn Ihr Kind krankenversichert ist und Sie Ihr Kind von einem Kinder- und Jugendpsychiater oder in einem sozialpädiatrischen Zentrum untersuchen lassen möchten, genügt einfach ein Anruf beim Kinder- und Jugendpsychiater/sozialpädiatrischem Zentrum und eine Terminvereinbarung.
In manchen Fällen wird eine Überweisung vom Kinderarzt gewünscht, jedoch nicht immer.

Wenn Sie weitere Fragen zur Diagnose einer Dyskalkulie haben, rufen Sie mich an oder mailen Sie mir.

© 2009 | Dr. phil. Ruth Hölken, Dipl.-Päd. - Hölkenbusch 121 48161 Münster - Tel. 01573/9087593 - info@muenster-lerntherapie.de